Hof Eifelblick

Der reizarm gelegene Hof Eifelblick bietet Platz für 6 Mädchen für erzieherische- lebensfeldersetzende Hilfe nach §§ 34 SGB VIII in einer intensivpädagogischen Kleingruppe in einem kleinen Ortsteil von Bad Münstereifel. Im Zuge der Betreuung und mit Hinblick auf Prüfung der im Einzelfall benötigten Unterstützungsleistungen können ebenfalls Maßnahmen nach §35a und §41 SGB VIII auf dem Hof Eifelblick betreut werden.

Die angebotenen Maßnahmen sind notwendig und geeignet bei folgenden Indikationen :

  • Ausschließlich Mädchen im Alter von 8 bis 12 Jahren bei der Aufnahme, mit Entwicklungs-, Verhaltens- und Bindungsstörungen.
  • Junge Menschen mit unterschiedlichen schwierigen erzieherischen Problemstellungen, bei denen eine individuelle und flexible Hilfeform angezeigt ist
  • Junge Menschen mit Traumatischen Gewalt- und Missbrauchserfahrungen, die in einem geschützten pädagogischen Setting leben sollen
  • Junge Menschen aus Familien mit psychiatrischen Erkrankungen, einschl. Suchterkrankungen

Das Angebot ist beispielsweise eine Möglichkeit für junge Menschen, die vorher im Römerhof gelebt haben und bei denen eine Rückführung ins Herkunftssystem ausgeschlossen scheint. Ein Verbleib über das 18. Lebensjahr ist möglich und kann aufgrund Betreuungsdauer individuell im Hilfeplanverfahren frühzeitig vorbereitet und strukturiert werden.

Hierbei liegt der Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit auf der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben im Kindheits- sowie Adoleszenzalter sowie dem Umgang mit traumatischen Erfahrungen: Die Mitarbeiterinnen legen mit Empathie und Einfühlungsvermögen besonderen Wert auf die Stärkung der personalen und sozial-emotionalen Kompetenzen der jungen Menschen bei gleichzeitiger Erfahrung und Achtung der persönlichen Grenzen. Das Angebot bietet den junge Menschen:

  • Einen klaren, altersentsprechenden sowie strukturierten Alltag. Neben fest verankerten Tagespunkten besteht die Möglichkeite, partizipativ und abhängig vom Entwicklungsstand und Alter, Aktivitäten, Aufgaben sowie Freizeitgestaltung individuell zu verankern.
  • Verlässliches Beziehungsangebot, um korrigierende Bindungserfahrungen zu erleben und sich in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu entfalten. Beziehungsangebote auf der einen Seite als auch das in entsprechender Indikation Konfrontieren mit Problemlagen bietet dabei den nötigen Rahmen, um gezielte Entwicklungsschritte sowie Konfliktfähigkeit der jungen Menschen zu erlernen und fördern.
  • Intensive Zusammenarbeit mit Schule, Jugendhilfe und nötigen Therapieformen
  • Partizipative Erziehungsplanung mit den Schwerpunkten :           
    Sauberkeitserziehung, Selbstständigkeitsförderung, Identitäts- und Ressourcenförderung, Selbstwirksamkeitsentwicklung
  • Biographiearbeit
  • Verselbstständigung

Ausgehend von den Grundproblemen der jungen Menschen werden folgende Aspekte einer Entwicklungsfördernden traumasensiblen Beziehungsarbeit im Rahmen der Betreuung berücksichtigt:

  • Möglichkeit Bindungen einzugehen und Vertrauen zu gewinnen
  • Umgang mit Retraumatisierungen oder traumaspezifischen Reaktionen
  • Herstellen der äußeren- und Stabilisierung der inneren Sicherheit
  • Hohe Selbstreflexionsbereitschaft der Mitarbeiterinnen in Bezug auf eigene Grenzen, klare Kommunikation, Nähe und Distanz sowie Beziehungsangeboten.
  • Arbeit mit dem Herkunfts- oder Bezugssystem

Die Ziele orientieren sich an den Lebensbereichen der jungen Menschen und dem sozialen Milieu und sollen unter Ausschöpfung der Ressourcen eine Entwicklung der junge Menschen ermöglichen und eine positive Integration und Teilhabe an der Gesellschaft vorbereiten:

  • Sicherstellung von Versorgung und Schutz, der in der Familie nicht gewährleistet wurde oder werden kann
  • Verbesserung der Kommunikation und Beziehung der Familienmitglieder
  • Psychische und emotionale Stabilität erhöhen
  • Soziale Kompetenz erweitern
  • Lernverhalten und Leistungsbereitschaft fördern
  • Eigenverantwortlichkeit entwickeln
  • Möglichkeiten der Teilhabe an Bildung und Freizeitgestaltung
  • Lebensperspektive entwickeln

Begleitet werden die jungen Menschen durch ein Bezugsbetreuersystem. Die Bezugsbetreuung ist dabei die Expertin für einen jungen Menschen und begleitet diesen zu jedem Hilfeplan und erarbeitet individuelle Angebote für und mit dem Mädchen. Die Koordination sowie Organisation von Arzt sowie Therapieterminen für das Bezugskind gehören ebenfalls zu den Aufgaben als auch Zeit für intensive Bezugsarbeit (Gestaltung vom Zimmer, Kleidung einkaufen, Teilnahme an Feiern und Festen für das Bezugskind) und wird bestmöglich in der Dienstplangestaltung eingearbeitet.

Die ausschließlich weiblichen Mitarbeiter bilden ein Multiprofessionelles Team bestehend aus 6 Mitarbeiterinnen mit pädagogischer Ausbildung z.T. mit Zusatzausbildungen in Kindheitspädagogik, Traumapädagogik sowie sex. Mißbrauch. Pädagogische Begleitung und intensive Fallberatung durch die Fachaufsicht in den wöchentlich stattfindenden Teamsitzung sowie monatlich durch einen externen Supervisor mit intensiver Team- und Fallberatungen ergänzt.

Der Hof Eifelblick bietet jedem jungen Menschen ein eigenes Zimmer. Zwei der sechs Zimmer für die jungen Menschen können ausgehend von dem für alle genutzten Wintergarten (der als Eingangsbereich dient) als Verselbstständigungsbereich mit eigener Trainingsküche und Badezimmer bei Bedarf separiert werden. Zudem steht ein weiteres großes Duschbad für die jungen Menschen zur Verfügung. Zudem können sich die jungen Menschen im Wohnessbereich beschäftigen als auch in einem Selbstgestalteten Jugendzimmer zurückziehen.

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